Biographie

Carolin Fortenbacher

Carolin Fortenbacher wurde irgendwann im 20. Jahrhundert in Hamburg als Krebsdame geboren. Ihr Oberkiefer gab bereits früh Aufschluss über ihr chinesisches Tierkreiszeichen, sie gehört zur Gattung der Wasser-Hasen.

Carolin Fortenbacher

Wegen akuter Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung wurde sie bereits ab früher Jugend in klassischem Ballett unterrichtet. Nachdem dies keine ausreichende Linderung herbeiführte, musste mit härteren Bandagen gekämpft werden. Fechtlehrer Volker Ullmann gründete die erste Musicalschule Hamburgs, und Klein-Carolin war mit geschärfter Klinge zur Stelle. Was ebenda als musikalische Schrei-Therapie begann, vertiefte sie von 1991 bis 2005 im Gesangsstudium bei Liliana Aabye und ihrer Flasche Aalborg. Das Ergebnis waren 5 Oktaven und 0,52 Promille.

1985 bis 1991 trat sie u.a. als Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte, als Anita in Bernsteins West Side Story, als Lucy in Du bist in Ordnung Charlie Brown, als Audrey in Der kleine Horrorladen und im Musical Evita in der Titelrolle auf. Charade nannte sie dann ihr erstes Soloprogramm, in dem sie Stücke aus Klassik und Popmusik auf ungewöhnliche Weise verband und dabei von zwei Pianisten begleitet wurde.

Ab 1992 agierte Fortenbacher in über 60 Vorstellungen als Pier Angeli in der Uraufführung des Franco-Pop-Musicals Die Legende von Jimmy Dean im Essener Theater Casa Nova. Zudem war sie alternierend in den Rollen Mabel und Kate in Die Piraten von Penzance im Theater Dortmund sowie im Theater des Westens in Berlin zu sehen. Für ihre Darstellung der Kate und ihre Rolle als Philia in Zustände wie im alten Rom wurde sie in Berlin mit dem Publikumspreis des Theater des Westens ausgezeichnet. Den Image Award Germany als „Beste Hauptdarstellerin“ erhielt sie indes für ihre Rolle als Aldonza in Der Mann von La Mancha (1996).

Als schwarze Spinne in Peter Maffays Musical Tabaluga & Lilli wurde Fortenbacher von 1999 bis 2001 an das TheatrO CentrO in Oberhausen engagiert. Der Durchbruch gelang ihr jedoch mit der Hauptrolle der alleinerziehenden Mutter Donna im Jukebox-Musical Mamma Mia!, die sie von November 2002 bis September 2007 in 1200 Vorstellungen am Operettenhaus Hamburg innehatte. Die Live-CD des Musicals erzielte 2005 Platin-Status, 2006 wurde das Album mit der Goldenen Stimmgabel ausgezeichnet.

Zu Beginn des Jahres 2004 tourte Carolin Fortenbacher mit der Musical-Gala Best of Musical durch Deutschland und Österreich. Im September 2005 erschien ihr erstes Solo-Album Zurück zu mir. Im Rahmen der Wahl der „Hamburger Top-Frau 2005“ wurde Fortenbacher von den Lesern der Bild-Zeitung auf Platz zwei hinter Loki Schmidt gewählt. Am 6. März 2008 trat sie mit der von Pe Werner geschriebenen und komponierten Ballade Hinterm Ozean bei der Deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2008 an. Der Veröffentlichung ihrer Single und ihres Albums Drama im März 2008 folgte eine bundesweite Tourne.

Seit 2009 tritt sie zudem im Rahmen des italienischen Liederabends Pasta e Basta als Katja Wahl-Ente und seit 2012 in Sylt – Ein Irrtum Gottes? als Katja Friese in den Hamburger Kammerspielen auf.

2010 brachte sie ihr Soloprogramm Unverfroren Aufgetaut – Ein KonzertTheater in den Fliegenden Bauten in Hamburg heraus. Im selben Jahr bildete sie zum ersten Mal mit Entertainer Kay Ray das Duo La Fortenbacher und das Kay. Im Hamburger Schmidt Theater agiert Fortenbacher zusammen mit Nik Breidenbach unter der Regie von Corny Littmann in der Erfolgskomödie Oh Alpenglühn!, für die sie in der Kategorie „Herausragende Darstellerin“ im Oktober 2012 mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet wurde. 2011 verkörperte sie an der Seite von Sascha Rotermund die Titelrolle in der Romanadaption Das Orangenmädchen nach Jostein Gaarder am Hamburger Altonaer Theater.

Carolin Fortenbacher entwickelte anschließend mit ihrer Band Die Carolinger das Bühnenprogramm Ich hab Hunger!, das im Februar 2013 im Hamburger Schmidts Tivoli Premiere hatte. Mit dem Team von Ich hab Hunger! produzierte La Fortenbacher daraufhin ihr drittes Solo-Album Kamionka.

Nach zahlreichen Konzerten mit sechsköpfiger Band entwickelte sie zusammen mit Sascha Rotermund (der seit 2012 auch ihr Ehemann ist) das Gegenstück dazu: die Unplugged-Konzertreihe „Fortenbacher's Intimate Night". Der zweistimmige Gesang des Paares wird hier lediglich von Gitarre, Bass und Cello begleitet. Mehr als 30 Konzerte führten sie von Schleswig Holstein bis in die Schweiz. Im Herbst 2015 erschien das Album „Fortenbacher’s Intimate Night - Live“.

Aber sie wäre nicht sie, wenn Ihrem umtriebigen Geist nicht parallel schon wieder die nächste Idee entsprudelt wäre:

Für die Hamburger Kammerspiele entstand gemeinsam mit ihrer Partnerin Marion Martienzen die Konzertshow „Forever Soul“. Und das Schmidt Theater setzt noch eins drauf: Nach dem großen Erfolg des Stückes „Oh Alpenglühn!“ entstand erneut eine Zwei-Personen-Komödie die Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach auf die Leiber geschrieben ist. Im Sommer 2015 wurde die neue Spielstätte Schmidtchen mit der Entführung aus dem Paradies eröffnet.

In diesem Jahr kommt nach all den Kommödien wieder eine ernste Rolle auf sie zu: Im Musical-Drama „Next to Normal“ taucht sie in die Psyche einer Mutter ein, die seit dem Tod ihres Sohnes an einer bipolaren Störung leidet. Premiere ist am 4. September in den Hamburger Kammerspielen.


Diskografie

Musical und Gastauftritte 

  • 1994: Der Mann von La Mancha
  • 1994: Die Legende von Jimmy Dean
  • 1999: Being alive – The Art of German Musicalstars
  • 2002: Hero Nation – Metalium
  • 2004: Mozarts Königin der Nacht in Rock
  • 2004: Mamma Mia!
  • 2004: Best of Musical
  • 2005: Christmas Stories

Soloalben 

  • 2005: Zurück zu mir
  • 2008: Drama
  • 2014: Kamionka - La Fortenbacher & die Carolinger

Alben 

  • 2015: Intimate Night (Live)

Maxi Singles 

  • 2005: Blinder Passagier
  • 2008: Hinterm Ozean
  • 2014: Souvenir - La Fortenbacher & die Carolinger

 


Auszeichnungen

  • 2012: Rolf-Mares-Preis in der Kategorie Herausragende Darstellerin für Oh Alpenglühn!